Die drei häufigsten Fehler beim Personal Branding

Was Ihre Sichtbarkeit bremst – und wie Sie es besser machen können.

3 typische Fehler im Personal Branding

Personal Branding kann so viel bewirken – wenn man es richtig macht. Es geht darum, als Persönlichkeit sichtbar zu werden, Vertrauen aufzubauen und die eigene Expertise gezielt zu zeigen. Doch es gibt auch einige Stolpersteine, die eine starke Positionierung verhindern.

Drei Fehler begegnen mir dabei besonders häufig:

  • Das Missverständnis zwischen Authentizität und Inszenierung

  • Eine inkonsistente Kommunikation über verschiedene Kanäle hinweg.

  • Und die oft unterschätzte digitale Unsichtbarkeit

Warum passieren diese Fehler – und wie lassen sie sich vermeiden?

1. Authentizität vs. Inszenierung – Wie viel ist zu viel?

Viele Führungskräfte und Unternehmer scheuen sich davor, ihr Personal Branding aktiv zu gestalten, weil sie befürchten, „zu inszeniert“ zu wirken. Doch Personal Branding bedeutet nicht, sich zu verstellen – sondern die eigene Identität gezielt sichtbar zu machen. Authentizität ist dabei das Schlüsselwort.

Studien zeigen, dass Menschen besonders stark auf Authentizität reagieren. Eine Untersuchung von Goffee & Jones (2015) belegt, dass authentische Führungspersönlichkeiten als vertrauenswürdiger wahrgenommen werden und Mitarbeiter stärker inspirieren.

Robert Goffee und Gareth Jones veröffentlichten ihre Ergebnisse in ihrem Artikel „Why Should Anyone Be Led by You?“ (2000) und dem gleichnamigen Buch (2006), basierend auf umfangreichen Forschungen und Interviews mit zahlreichen Führungskräften über einen Zeitraum von zwanzig Jahren.

Sie zeigen in ihrer Untersuchung, dass erfolgreiche Führungspersönlichkeiten nicht nur durch Fachkompetenz, sondern vor allem durch authentische und differenzierende Eigenschaften überzeugen. Diese 4 zentralen Prinzipien lassen sich direkt auf Personal Branding übertragen:

1.    Authentizität durch selektive Offenlegung von Schwächen
Die Studie belegt, dass Führungskräfte, die gezielt persönliche Schwächen preisgeben, vertrauenswürdiger und nahbarer wirken. Im Personal Branding bedeutet das, dass Sie nicht perfekt erscheinen müssen – im Gegenteil, Ihre Persönlichkeit und Ihr Werdegang mit Höhen und Tiefen machen Sie erst authentisch. Wer seine Geschichte ehrlich erzählt, wird für seine Zielgruppe greifbar.

2.    Intuitive Präsenz durch Gespür für Timing und Kontext
Die Untersuchung zeigt, dass herausragende Führungskräfte ein feines Gespür für die Situation und ihr Umfeld haben. Im Personal Branding heißt das: Wissen, wann und wie Sie Ihre Botschaft platzieren. Erfolgreiche Personal Brands verstehen es, relevante Themen zur richtigen Zeit anzusprechen, sich an aktuellen Diskussionen zu beteiligen und so kontinuierlich sichtbar zu bleiben.

3.    Empathische Kommunikation durch Tough Empathy
Goffee und Jones fanden heraus, dass großartige Führungspersönlichkeiten nicht nur Empathie zeigen, sondern auch klare, manchmal herausfordernde Entscheidungen treffen. Diese Balance ist auch für eine Personal Brand essenziell: Es geht nicht darum, jedem zu gefallen, sondern um eine klare Positionierung. Wer sich traut, Standpunkte zu vertreten und mit Überzeugung kommuniziert, baut eine starke Marke auf.

4.    Einzigartigkeit betonen, um Wiedererkennung zu schaffen
Die Studie zeigt, dass charismatische Führungskräfte sich durch individuelle Merkmale von anderen abheben. Dasselbe gilt für Personal Branding: Ihre Persönlichkeit ist Ihr Alleinstellungsmerkmal. Eine starke Marke entsteht nicht durch Nachahmung, sondern durch das bewusste Hervorheben der eigenen Stärken, Werte und Besonderheiten.

Durch die Anwendung dieser Prinzipien können Fach- und Führungskräfte eine starke, authentische und einprägsame Personal Brand entwickeln, die sowohl online als auch offline überzeugt.

2. Inkonsistenz in der Kommunikation – Warum eine klare Linie entscheidend ist

Viele wechseln unbewusst ihre Tonalität und ihr Messaging je nach Plattform oder Anlass. Auf LinkedIn schreiben sie sachlich, auf Instagram plötzlich locker und privat – und auf ihrer Website klingt wieder alles anders. Das verwirrt ihr Publikum.

Nach der „Mere-Exposure-Theorie“ (Zajonc, 1968) führt Wiederholung dazu, dass Menschen Vertrauen zu Marken und Personen aufbauen. Sie besagt, dass allein die wiederholte Wahrnehmung eines Reizes – sei es eine Person, ein Produkt oder eine Marke – dazu führt, dass dieser positiver bewertet wird. Kurz gesagt: Je häufiger wir etwas sehen, desto vertrauter erscheint es uns – und desto eher entwickeln wir eine positive Einstellung dazu.

Trotz der enormen Veränderungen in der Medienlandschaft bleibt das psychologische Prinzip von Zajonc auch heute relevant. Insbesondere in der digitalen Welt, in der Menschen täglich mit Tausenden von Reizen konfrontiert werden, spielt Wiedererkennung eine entscheidende Rolle. Moderne Neurowissenschaften bestätigen, dass unser Gehirn immer noch stark auf Vertrautheit reagiert – ein evolutionäres Überlebensprinzip, das uns hilft, Unbekanntes von Bekanntem zu unterscheiden.

Beim Aufbau einer starken Personal Brand ist Kontinuität entscheidend. Menschen erinnern sich nicht an die beste Botschaft – sondern an die Botschaft, die sie am häufigsten sehen.

Daraus lassen sich wichtige Prinzipien für Ihre Personal Brand ableiten:

1.    Regelmäßige Sichtbarkeit

Wer nur sporadisch sichtbar ist, bleibt nicht im Gedächtnis. Regelmäßige Inhalte auf LinkedIn, in Fachpublikationen oder durch Vorträge stärken Ihre Wahrnehmung als Experte.

2.    Wiedererkennbarkeit schaffen

Einheitliche Farben, Sprache und Bilder verstärken den Effekt. Ein wiedererkennbares Profilbild und konsistente Themenwahl helfen Ihrem Publikum, Sie schnell zu identifizieren.

3.    Geduld haben

Vertrauen baut sich über Zeit und Wiederholung auf. Eine Personal Brand entsteht nicht über Nacht – sondern durch stetige Präsenz.

Wer im Gedächtnis bleiben will, muss regelmäßig sichtbar sein. Die Mere-Exposure-Theorie zeigt, dass Wiederholung Vertrauen und Präferenz aufbaut – ein essenzielles Prinzip für erfolgreiches Personal Branding.

3. Vernachlässigung der digitalen Präsenz – Warum Sie online sichtbar sein müssen

Ein exzellenter Ruf allein reicht heute nicht mehr aus. Wer sich nicht aktiv um seine digitale Präsenz kümmert, wird von der Konkurrenz überholt – egal, wie gut er oder sie ist.

Die Edelman & LinkedIn Studie 2022 zeigt, dass 64 % der Entscheider eher einem Experten oder einer Führungskraft vertrauen, die regelmäßig wertvolle Inhalte teilt. Doch warum ist das so?

Weil Sichtbarkeit gleich Glaubwürdigkeit ist.

Menschen orientieren sich an dem, was sie kennen und was ihnen vertraut erscheint. Ein Experte, der regelmäßig durch fundierte Inhalte präsent ist, signalisiert:

  • Ich bin beständig da – also zuverlässig.

  • Ich teile laufend neues Wissen – also bin ich aktuell und informiert.

  • Andere interagieren mit mir – also bin ich relevant.

Laut der Studie bewerten Entscheidungsträger Thought Leadership als einen Schlüsselfaktor für Vertrauen. Wer kontinuierlich hochwertige Inhalte teilt, wird nicht nur als kompetent wahrgenommen, sondern auch als jemand, der mit den Herausforderungen der Branche vertraut ist und Orientierung bieten kann.

Vertrauen entsteht nicht von heute auf morgen – es wächst mit jeder Interaktion. Experten, die regelmäßig präsent sind, bauen eine Beziehung zu ihrem Publikum auf, während diejenigen, die nur sporadisch sichtbar sind, leicht in Vergessenheit geraten.

 

Fazit:

Bauen Sie Ihr Personal Branding strategisch auf. Personal Branding ist kein Zufallsprodukt – es ist eine bewusste Entscheidung. Wer seine eigene Marke authentisch, konsistent und sichtbar gestaltet, gewinnt nicht nur an Reichweite, sondern auch an Vertrauen.

Welcher dieser Fehler kommt Ihnen bekannt vor? Schreiben Sie Ihre Gedanken in die Kommentare!

Möchten Sie Ihr Personal Branding professionell aufbauen? Dann lassen Sie uns sprechen – wir unterstützen Sie dabei!

Wie Sie Ihre Personal Brand basierend auf Ihren Werten entwickeln, zeigen wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch. Melden Sie sich über das Kontaktformular bei uns.

Bleiben Sie am Puls der Zeit und starten Sie durch!

Gemeinsam setzen wir Sie ins Licht für mehr Möglichkeiten und Sichtbarkeit.

Bettina Peter Eibler Personal Branding

Hallo, wir sind Bettina und Peter!

Kategorien:

Weiter
Weiter

Personal Branding 2025: Was Führungskräfte jetzt wissen müssen